Erster Praxisworkshop mit den Partnerunternehmen

Am letzten Mittwoch, den 11. September 2013, fand am Forschungsinstitut für Unternehmensführung, Logistik & Produktion der erste gemeinsame Workshop mit Vertretern unserer Partnerunternehmen statt. Unser Ziel war es dabei, ein genaues Bild der Erwartungen und Ziele der Unternehmen in Bezug auf das Projekt zu erhalten. Dies galt insbesondere im Hinblick auf die Gestaltung der Spielifizierungsplattform, da die wenigsten Unternehmen bisher Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt hatten, und wir daher ein breites Spektrum an Ideen und Vorschlägen erwarteten.

Die beteiligten Unternehmen hatten bereits unterschiedliche Erfahrungen in den Bereichen Cost Engineering und Spielifizierung gesammelt. Interessanterweise reichte der Erfahrungsschatz im Cost Engineering von über 30 Jahren bis hin zu einer aktuellen Einführung. Hinsichtlich Spielifizierung gab es bereits erste Ansätze bei den Unternehmen im betrieblichen Vorschlagswesen oder zur Kundenbindung und –gewinnung. Die grundlegende Problemstellung hierbei ist: Wie schaffe ich durch welche Anreize dauerhafte Motivation?

Um das Konzept der Spielifizierung erfolgreich in das Cost Engineering zu übertragen, müssen die Anforderungen an eine potenzielle Plattform klar definiert sein. Die Workshopteilnehmer erarbeiteten daher die folgenden Punkte:

  • Integration der Mitarbeiter über Abteilungsgrenzen hinweg
  • Schaffen von Transparenz (Wirktransparenz, Kostentransparenz)
  • Zugang zu Verbesserungsideen schaffen und Nährboden für neue Ideen bieten (Vernetzung von Wissen)
  • Anerkennung für Ideen bieten (Anreizsysteme, materielle/immaterielle Belohnungen)
  • Integration von Cost Engineering Methoden (Parametrische Kalkulation, Bottom-up Kalkulation, Linear Performance Pricing)

Ein weiteres zentrales Thema waren darüber hinaus die Ziele einer Spielifizierungsplattform im Unternehmen. Während einige Teilnehmer diese eher abstrakt als „dauerhafte Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit“ beschrieben, stellten andere bereits konkretere Punkte wie eine erhöhte Genauigkeit der Kostenkalkulation und Kostenprognose oder die Senkung der Angebotskosten, gerade bei Großprojekten, in den Vordergrund.

Auch über die Charakterisierung der beteiligten Spieler entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Die eine Seite forderte dabei alle Mitarbeiter im Unternehmen einzubinden, wogegen die andere Seite dafür plädierte, hauptsächlich hochqualifizierte Mitarbeiter aus der Technik sowie Projektmanager und Vertriebspersonal zu involvieren. Hierbei stellt sich die Frage, ob eine aktive Beteiligung der Mitarbeiter eher durch generelle Offenheit der Plattform oder durch selektive Zuordnung zu einzelnen Themen erreicht werden kann.

Alle Teilnehmer waren sich darüber einig, dass eine Spielifizierungsplattform einen offenen Umgang mit Ideen anderer und die neidlose Anerkennung dieser fördern sollte. Um dies zu erreichen, sollten sensible Themen nur für ausgewählte Mitarbeiter sichtbar sein. Außerdem stellen sich in diesem Zusammenhang besondere Anforderungen an die Transparenz und Ausgewogenheit der implementierten Belohnungssysteme. Die Erforschung und Ausarbeitung dieser soll eines der Forschungsziele der nächsten Wochen sein.

Der erste Workshop war für alle Beteiligten ein voller Erfolg und half dabei, die unterschiedlichen Meinungen und Vorstellungen in Bezug auf Spielifizierung im Cost Engineering auszutauschen und zu diskutieren. Das nächste Treffen dieser Art ist im Januar geplant. Sollten Sie als Unternehmen teilnehmen wollen, können Sie sich gerne an eric.zimmerling@tum.de wenden.