Grundlagen des Cost Engineering

Cost Engineering ist ein ganzheitliches Management von Produktkosten im Verlauf des Produktlebenszyklus und zielt im Wesentlichen auf eine Optimierung der Kosten ab. Die über diese große Spannweite anfallenden Aufgaben betreffen die Bereiche Kostenprognose, Kostenanalyse, Kostenkontrolle, Kostenoptimierung sowie das Projekt- und Risikomanagement. Das Cost Engineering vereint unter anderem Kompetenzen aus dem Controlling, der Produktentwicklung sowie dem Projekt- und Risikomanagement (Wildemann, 2012). Daraus ergibt sich eine Mehrdimensionalität, welche verschiedenste Einsatzmöglichkeiten birgt.

Das Management von Kosten entlang des Produktlebenszyklus erfordert eine systematische Herangehensweise. Durch Nutzung von Erfahrungen, technischem Ermessen sowie Urteilsvermögen werden praxiserprobte und wissenschaftlich fundierte Methoden ausgewählt und angewandt. Zentraler Bestandteil ist es, die Kundenanforderungen zu analysieren und diesen gerecht zu werden. Einsetzbar ist dieses Prinzip sowohl in der Entwicklungs- als auch in der Produktionsphase. Neben dem Ziel der Produktkostenminimierung durch optimale Prozesse und Kostenverläufe kann durch Cost Engineering eine Verkürzung der Produktentwicklungszeiten erreicht werden. Darüber hinaus zielt Cost Engineering auf erhöhte Prognosegenauigkeit von Kosten und Zeiten ab. Möglich wird dies durch die effektive und spezifische Nutzung von Kostenmodellen. Nicht zuletzt stellt diese Praxis in jeder Produktlebensphase Kostentransparenz sicher (Wildemann, 2012). Durch genaue Abschätzungen der Kosten für Tätigkeiten und Leistungen, wird der Entscheidungsfindungsprozess auf der Managementebene erleichtert und ermöglicht.

Für eine erfolgreiche Umsetzung von Cost Engineering sind bestimmte Grundvoraussetzungen zu erfüllen, dazu zählt eine geeignete Wissensmanagement- und IT-Struktur. Darüber hinaus ist eine Ausrichtung an den Gesamtkosten, dem Lebenszyklus und dem Markt sowie der Integration von internen– und externen Funktionen einzuhalten. Ebenso vielfältig wie die Einsatzmöglichkeiten sind die Implementierungsmöglichkeiten in die Unternehmensstruktur (Wildemann, 2012). Cost Engineering und dessen Methoden fordern von Unternehmen Kooperation und Kommunikation aller Beteiligten. Hinzu kommt die Tatsache, dass der Anteil an der Unternehmensleistung, der durch Wissen generiert wird, den Beitrag an der Wertgenerierung durch Maschinen übersteigt (North, 2005). Durch diese Faktoren wird das Management von Wissen eine notwendige Grundlage für die Anpassung an die Umwelt. Das bedeutet, dass das Know-how im Unternehmen gesammelt, gesichert und zukünftig zur Anwendung bereitgestellt werden muss.

Hinsichtlich der Unternehmensorganisation kann man eine Cost Engineering Abteilung oder Stelle unterschiedlich in die Struktur einbinden. Wie die Ausgestaltung im Einzelnen aussieht, ist von Fall zu Fall unterschiedlich (AACE-International, 2006). Bei der Wahl der Methoden ist es nötig, diese an den Kompetenzen der Mitarbeiter zu orientieren beziehungsweise die richtigen Mitarbeiter auszuwählen und entsprechend zu schulen. Grundsätzlich ist es ratsam, das Cost Engineering stufenweise in das Unternehmen zu integrieren, um das erforderliche Know-how aufzubauen sowie Akzeptanz
sicherzustellen.

Referenzen

  • AACE-International. (2006). Total Cost Management Framework – An Integrated Approach to Portfolio, Program, and Project Management.
  • North, Klaus. (2005). Wissensorientierte Unternehmensführung (Vol. 5). Wiesbaden: Gabler Verlag.
  • Wildemann, Horst. (2012). Cost Engineering Leitfaden zur Gestaltung von Produktkosten (1. Auflage ed.). München: TCW Transfer-Centrum GmbH & Co. KG.